ADHS und eine Suchterkrankung können gleichzeitig vorliegen. Konzentrationsprobleme durch Schlafmangel, Konsum oder Entzug reichen jedoch nicht für eine ADHS-Diagnose aus.
Die Entwicklung seit der Kindheit betrachten
Zur fachlichen Diagnostik gehören die Entwicklung der Beschwerden, ihre Auswirkungen in verschiedenen Lebensbereichen und mögliche andere Erklärungen. Frühere Zeugnisse oder Befunde können hilfreich sein. Eine Diagnose allein aufgrund eines kurzen Fragebogens während einer instabilen Entzugsphase wäre nicht ausreichend.
Fachliche Grundlage: NICE NG87: ADHS.
Verordnete Behandlung gesondert bewerten
Eine korrekt verordnete ADHS-Medikation ist nicht automatisch gleichbedeutend mit Stimulanzienmissbrauch. Gleichzeitig müssen bei Substanzproblemen Nutzen, Risiken und sichere Anwendung überprüft werden. Entscheidungen gehören in fachärztliche Hände; ein Reha-Programm sollte weder pauschal alles fortführen noch alles verbieten.
Einen passenden Therapiealltag schaffen
Lange unstrukturierte Gesprächsblöcke oder wechselnde Termine können die Teilnahme erschweren. Fragen Sie nach verständlichen Wochenplänen, Erinnerungshilfen und konkreten Arbeitsschritten. Behandlung sollte nicht aus moralischen Vorwürfen über mangelnde Disziplin bestehen.
Ziele jenseits der Abstinenz festlegen
Alltagsorganisation, Impulskontrolle, Beziehungen und berufliche Anforderungen gehören in die Planung. Werden nur Drogentests betrachtet, bleiben wichtige Schwierigkeiten unsichtbar. Ein sinnvoller Plan enthält wenige überprüfbare Ziele und eine regelmäßige gemeinsame Auswertung.
Anschlussversorgung vor der Reise sichern
Wer übernimmt die Diagnostik, Verschreibung und Verlaufskontrolle nach dem Aufenthalt? Sind notwendige Unterlagen vorhanden? Bei internationaler Behandlung kommen Reise- und Verschreibungsfragen hinzu. Lesen Sie ergänzend Behandlung im Ausland.